
Ein kleines Vorwort
Hallo und herzlich Willkommen zu meinem ersten kleinen Walk through, freundlicherweise von “marylou” aus dem Englischen übersetzt. Danke hierfür! (mehr oder weniger gut von mir übersetzt – Marylou ende ^^ )
Zunächst noch ein paar Worte bevor es los geht. Jegliches Wissen und Techniken sind selbstständig erlernt; ich habe selber noch sehr viel zu lernen und übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit meines Gebrabbels. Ich möchte lediglich einen Anstoss geben, wie man eine solche Illustration angehen kann und versuchen, meine Arbeitsweise zu vermitteln.
Einen großen Einfluss auf meinen Workflow und Techniken hatten die Gnomon DVDs, besonders “Yanick Dusseault” und “Dylan Cole”. Mit Sicherheit ist manchem die eine oder andere Technik bekannt, denn der Großteil ist aus Foren, Büchern, Tutorials und natürlich durch Übung und Experimentieren erlernt. Das Walktrough ist über ein Jahr alt; jetzt würde ich sicherlich einiges anders machen. Ein ganz großes Dankeschön gilt den Betreibern und Künstlern auf www.digitalartforum.de sowie www.conceptart.org.
Viel Spaß!
Grundlagen & Brushes
- Ich arbeite hier ausschließlich in Photoshop CS2, aber auch ältere Versionen oder ähnliche Programme sollten gehen.
Als Voraussetzung solltest Du ein grundlegendes Wissen von Photoshop mitbringen. - Ein Grafiktablett sollte vorhanden sein. Mit einer Maus dürfte es auch gehen, macht aber nicht wirklich Spaß und wichtige Funktionen wie z.B. Druckempfindlichkeit sind nicht möglich
- Wenigstens die Grundlagen der Perspektive sollten bekannt sein. Als Hilfestellung verwende ich ein Perspektivraster und Hilfslinien. Ich empfehle unbedingt diesen Artikel: “perspective in the world”. Bevor ihr euch an Environments herantraut ist ein grundlegendes Verständnis unbedingt von Nöten. ansonsten ist Google euer bester Freund ;)
Brushes
Überwiegend benutze ich die Standard Pinsel von Photoshop.
Hier benutze ich hauptsächlich die “chalk brushes” (Kreide) für das “einblocken” von groben Formen und Wolken.

Die runden Brushes sind für allem für Farbverläufe, Schattierungen, Leuchteffekte und Wasserspiegelungen gut zu gebrauchen.

Ich arbeite hier wenig mit runden harten Brushes, eigentlich nur für die kleinen Details (1-5 Pixel Pinsel) kommen diese zum Einsatz.
- Auf gehts!
Ein Bild auf 100%-igen Weiß oder Schwarz anzufangen ist nicht unbedingt die beste Idee. Also habe ich erst einmal den Hintergrund mit einem Farbverlauf gefüllt, um das Weiß loszuwerden und um zu einem groben Farbschema zu kommen. Im Kopf hatte ich schon eine gemütliche Abend-Atmosphäre, von daher war die Farbwahl relativ klar. Die Arbeitsgröße liegt bei ca. 2500×1200 Pixeln; es ist meistens von Vorteil, grösser zu arbeiten als das fertige Bild sein soll.

- Ok, lasst uns zuerst an Perspektive und Position des Betrachters denken.
Als erstes lege ich den Horizont fest. Mit dem Linien-Werkzeug erstelle ich nun die Linien mit einer Breite von ca. 1 – 2 px, welche zu einem festgelegten Fluchtpunkt zusammenlaufen. Nachdem ich die obere Hälfte komplett habe, kopiere ich die Ebene, flippe sie vertikal und fasse sie anschließend mit der unteren zusammen

- Dieser Schritt ist nicht sehr speziell, ich habe lediglich die Ebene mit den Perspektivlinien kopiert, anschließend frei umgewandelt/transformiert und die Farbe geändert um einen zweiten Fluchtpunkt zu erhalten.

- Nachdem ich die zwei Perspektivschichten zu einer Ebene zusammengefügt habe, verringere ich die Deckkraft auf ca. 10 – 20%. Nun kommt eine neue Ebene hinzu und ich beginne die groben Formen für für Landschaft zu malen. Anfangs mit einem größeren Pinsel (Kreide / Calk), danach verwende ich eine Kombination aus kleinen Pinseln und Radierern um die Formen für die Hafendocks zu erstellen. Das Perspektivraster gibt eine gute Hilfe.

- Mit einer zarten Deckkraft und einem weichen Brush in unterschiedlichen Größen verfeinere ich den Farbverlauf. Ich plane jetzt schon eine Lichtquelle ein, und male immer wieder neue Schichten in verschiedenen Farbnuancen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn hierbei werden die Grundlagen (Farbe, Lichtsituation, grobe Tonwerte) festgelegt. Nachdem das getan ist helfe ich noch ein wenig über die Funktionen: Farbe – Sättigung, Kurven und Balance nach, um zu einem besseren Ergebnis zu kommen.
- Ich füge für das Wasser eine neue Ebene ein (unter der Ebene mit dem Land!) und verwende große Brushes mit bläulich/rot/gelben Farben und niedriger Deckkraft im Zusammenspiel mit den Farben des Himmels (Spiegelung). Die kleinen Details unten Links sollen später mal Flüsse sein. Diese entstanden dadurch, das ich aus der “Landebende” einfach die Flüsse herausradiert habe, und kann somit problemlos in der unteren Ebene das Wasser gestalten. Hinzu kommen kleine Wellen und Unebenheiten hinzu, mit starker Struktur. Später wird es durch die Bildverkleinerung nicht mehr so arg zu sehen sein.
Noch geht es nicht ans Detail (sehr wichtig, ein Fehler den ich immer noch oft mache…); wir befinden uns noch im wichtigen frühen Stadium, wo es in erster Linie um Komposition und Tonwerte geht.

- Durch das Herumspielen mit verschiedenen Ebeneneffekten und Ballance-Layern kann man unter Umständen nette Ergebnisse erreichen. Die Ebene mit dem Verlauf/Himmel habe ich noch einmal dupliziert um zu einem intensiveren Licht zu gelangen. Jetzt brauche ich noch eine weitere Ebene um mit einer geringen Deckkraft und einem kleinen Kreidepinsel die Wolken zu “skizzieren”.
- Mein Rat an euch ist immer eine geordnete Ebenenstruktur. Nicht zu viele, nicht zu wenig. Es macht sonst keinen Spaß mehr.

- Jetzt fängt der richtige Spaß an. Eine neue Ebene für die Hauptformen der Gebäude. Dafür verwende ich unterschiedliche Kreide/Calk Brushes. Selbstverständlich könnte man auch andere verwenden, ich persönlich bevorzuge diese. Gelegentliches umranden und verfeinern gehört auch dazu. Von hinten nach vorne Arbeite ich mich durch und beziehe Licht und Schatten dabei schon mit ein. Es ist sehr wichtig eine Rückseite, eine Mitte und einen Vordergrund zu haben damit die Dreidimensionalität des Raumes erzeugt wird. Die Gebäude die sich vom Betrachter aus gesehen weiter weg befinden, nehmen leichte Farben und Spiegelungen des Himmels an.
- Da das Auge immer von Links nach Rechts schaut (Buchleserichtung), und das Bild nicht so langweilig wird, habe ich im Hintergrund am Horizont einen sogenannten eyecatcher eingebaut, die Stadt am Horizont is zwar kleiner wirkt aber dennoch größer.

- Jeah, noch mehr Gebäude, im Vordergrund platziere ich noch mehr dunkle Gebäude und skizziere die grundlegende Architektur (kleiner Trick, Detail kopieren und in den Vordergrund ziehen – Farbe anpassen / Farbbalance ). Wichtig ist, die Gebäude in der Größe zu unterscheiden und verändern. Schließlich entwickelt sich eine Stadt ja mit der Zeit und wird von verschiedenen Einflüssen gebildet. Man sieht bereits die Veränderungen in der Architektur und den Formen. Die Flüsse sind jetzt endgültig durch Gebäude untergegangen. ;)

- Die Lichtseite glänzen lassen! Ich verfüge mittlerweile über viel Wissen in diesem Thema und habe schließlich ja auch irgendwann mal angefangen. Dieses Komplizierte Fach sollte man durchaus mal mit Fachliteratur oder dergleichen unterstützen. Jetzt schattiere ich mit den Brushes erstmal die Lichtpunkte, und Forme dadurch die Gebäudedetails. Mit einem sehr kleinen Kreidebrush arbeite ich die Details heraus (1-5 px). Für die Reflektionen verwende ich sowohl harte als auch weiche Brushes. Mit weichen Farbverläufen wird das ganze noch abgerundet und das Licht sanfter.

- Noch ein wenig Veränderung hier und da, ein wenig Einfluss in die Grobstrukturen und mehr Dunst im Hintergrund der Atmosphäre. Die Stadt braucht jetzt noch ein wenig Licht und Leben. Der beste Weg sind beleuchtete Fenster, Laternen, Boote und andere Merkmale der menschlichen Zivilisation. Weil wir nicht jedes Fenster selbst malen können, verwende ich zwei unterschiedliche Viereckbrushes. Durch die Einstellungen erreiche ich eine Optimale Streuung und Intensität. Immer wieder herauszoomen um nachzuprüfen ob der Aufbau stimmt ist wichtig. Durch ziehen und Transformieren passe ich die Lichter der Perspektive an.


- Noch einige Lichter hinzugefügt beginnen wir die Gebäude und Lichter zu duplizieren. Diese solltet ihr gerecht der Perspektive jetzt Spiegeln.
- Das gleiche mache ich mit den Straßenlichtern. Unterschiedliche Brushes mit verschieden weichen Kanten und Formen lassen die Punkte leuchten. Die Lichter sollten unbedingt gemäß dem Raster angepasst sein damit die Perspektive nicht zu sehr verrutscht. Mit dem Wischfinger ein wenig die Wasseroberfläche nachempfinden, dadurch wirken die Spiegelungen echt. Die Deckkraft etwas senken. e Voila…fertisch.

Robert Maschke Alias aiRaGe wurde am 6ten Juni 1984 in Bremen geboren. Nebenbei kümmert er sich noch im dem Deutschsprachigen Matte Dimension Forum um hilfsbedürftige User. ;)
Saubere Arbeit, obwohl ich schon mit dem englischen zurechtkam. Nur leider erreichte ich nie nur annähernd diese Qualität :(
ich machs grad – lass mir aber bei der sache n bissl zeit ^^
Sind diese Brushes eigentlich auch im Download Angebot?
meinst du diejenigen die dort verwendet wurden?
Die von diesem Tutorial :)
das sind ganz normale standart brushes die bei jedem Photoshop enthalten sind. :)
Ahh hab mir nur gedacht es seien Custom Brushes bei den Fenstern benutzt worden, alles klar, dank dir :)
du könntest sogar recht haben – halleluja,
ich weiß das er es ohne gemacht hat.
Ich habs mit meinen gemacht und oben die kleine ergänzung reingemacht. Ansonsten, makier ein rechteck geh unter “bearbeiten” -> Pinselvorgabe festlegen
fertig. is nich schwer
Hab meine Standard Brushes drum eben getrennt gespeichert. Von daher kann ich mich nicht mehr an die erinnern :(